die psychogeografie berlins
was ist psychogeografie? psychogeografie beschäftigt sich mit dem einfluss der architektonischen, gestalteten, physisch-materiellen umgebung auf die wahrnehmung, das physische erleben und das verhalten. keine große wissenschaft. vielmehr geht es um das ergründen, erkennen, erspüren, erfühlen der geschichte, der identitäten, der alltagsbanalitäten, der mythen und tragödien oder besonderen atmosphären eines ortes.
wie funktioniert psychogeografie? allein oder in kleingruppen durch bekanntes und unbekanntes terrain gehen, umherschweifen, abschweifen, „driften“, dabei orte und szenerien mit den eigenen sinnen wahrnehmen, aufmerksam sein, erst oberflächlich, dann schichtungen und geschichte(n) erkennen, wirken und entwickeln lassen, fotografisch und/oder literarisch festhalten, manchmal auch intervenieren, performen, inszenieren, und versuchen, die eingesammelten puzzleteile am ende zusammenzulegen, gemeinsam mit anderen; oder eben nicht.
psychogeografische herangehensweisen: psychogeografie ist stets subjektiv, mit der eigenen empfindung beginnend. es gibt aber unterschiedlichste nuancen und herangehensweisen; stichworte hierfür sind: ** „dérive“ (frz.), „drift“ (engl.), „umherschweifen“ ** flanieren ** sich verlaufen ** beobachten und dokumentieren der urbanen transformation (verfall, brachen, baustellen, neue bauten und nutzungen) ** urbex, urban exploration, lost places ** street photography ** situationistische aktionen
veranstaltungstip: Das Drift! Psychogeography Festival Berlin-Kyiv 2023
literatur hierzu: anneke lubkowitz: psychogeografie; david wagner: ich geh´ so gern durch diese stadt: die berlin-geschichten; alexander steffen: vanishing berlin; riky kiwy, ama split: hundekopf. die berliner ringbahn; michael lange: sand. the transformation of berlin
meine psychogeografien berlins, u.a.: durch das „neue berlin“, durch die berliner parteihochburgen, entlang der neuen, kommenden oder niemals kommenden A100 in treptow, friedrichshain und lichtenberg